Spatzennestgezwitscher: Über Lobhudelei, Journalismus und den Pressekodex.

Wie die Zeit vergeht! Kaum gestartet, ist parthenspatz.de schon zwei Monat alt geworden. Viele neue Artikel sind in den vergangenen vier Wochen erschienen und auf sehr erfreuliche Resonanz gestoßen. Der freche Vogel wird allmählich flügge, riskiert schonmal den spitzen Schnabel und hat auf diese Weise eine Reihe treuer Leser gefunden, die ehrliche Berichterstattung zu schätzen wissen. Natürlich gefällt das nicht jedem. Der Bericht über die Panitzscher Sommernacht war so ein Fall. Einer ganzen Reihe von Äußerungen in der Art „Genau, so haben wir es auch empfunden” standen einige Stimmen gegenüber, die den vermeintlichen „Verriss” kritisierten. Ein Mitglied des Veranstaltervereins mahnte einen wohlwollenderen Artikel an. Halloooo? Mein Bericht war nicht lobhudelnd (dazu fühlten sich, wie vorausgesagt, andere berufen), aber wohlwollend. Wohlwollensfrei hätte ich womöglich böse Sachen geschrieben, wie z.B. dass deutlich weniger Besucher als im Vorjahr zur Parkbühne gekommen waren oder ich hätte mich über die Wartezeit am Getränkestand ausgelassen, oder …

Dennoch muss ich an dieser Stelle ein paar Worte zum Selbstverständnis des Parthenspatzen sagen. Dieses junge Portal ist ein Angebot, das sich an die Regeln des journalistischen Handwerks hält, deren wichtigste der Pressekodex ist. Dazu gehört die Sorgfalt beim Erarbeiten von Beiträgen ebenso wie die Bereitschaft, gemachte Fehler erkennbar zu korrigieren. Ganz wichtig: Für die Nutzer von parthenspatz.de muss jederzeit ersichtlich sein, wo redaktionelle Berichterstattung endet und bezahlte Werbung anfängt. Hat die Redaktion an einem Thema ein geschäftliches Interesse, muss der Leser darüber informiert werden. Deshalb macht der Parthenspatz keine Borsdorfer Hofberichterstattung und er springt auch nicht über jedes thematische Stöckchen, das ihm irgendwer hinhält, sondern hinterfragt Informationen, die wer-auch-immer mit Empfehlung von-wem-auch-immer liefert. Und er wird seine Seele und Glaubwürdigkeit nicht für ein paar Euroscheine verkaufen. Mögen das manche Uhus und Eulen auch tun, der freche Spatz fragt lieber gründlich und pickt nach Informationen, auch wenn das den Angepickten womöglich nicht gefällt.

Übrigens: Im virtuellen Spatzennest ist noch ein wenig Platz für den einen oder anderen Vogel, der genau das gut findet und Artikel aus seinem Umfeld besteuern möchte. Wie wär’s mit uns?   -ps

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